• Angela Brückl

Sich einzugestehen, dass man sich betäubt

Es ist kein leichter Schritt sich selber zu gestehen, dass es so ist. Dass man irgendetwas nicht fühlen will und deshalb möchte man taub dagegen sein. Es gibt viele Möglichkeiten dazu. Vielleicht hört man tatsächlich schlecht oder sieht schlecht. Der Körper agiert mit allem was er zu Verfügung hat und der konditionierte Verstand reagiert mit allem was er zu Verfügung hat. Sei es mit Zigaretten, Alkohol, Tabletten, Shoppen, Arbeit, Drogen usw.


Ich weiß noch ich war froh, dass ich einen Bandscheibenvorfall hatte und somit eine Auszeit bekam. Ein Bandscheibenvorfall war eine Geschichte, wo viele glaubten er kommt von zu viel Arbeit. Es war eine häufige „NORMALE“ Krankheit.


Mir war damals schon klar, dass es nicht vom Arbeiten an sich kam. Er kam von den Erwartungen die man an mich richtete, es war unbewusst übernommen und unbewusst von mir an mich gerichtet. Natürlich war es von den Menschen im Außen an mich gerichtet, aber das konnte nur passieren, da ich diese Überzeugung auch in mir trug, dass ich gewisse Erwartungen zu erfüllen hatte.


Ich weiß noch, dass ich schon als Jugendliche leichte Probleme mit dem Rücken hatte. Es war nicht so schlimm, denn schlimm waren oft meine Kopfschmerzen und das wiederum ist ein Phänomen, dass bis heute nicht erforscht ist. Es gibt viele Tabletten, die kurzfristig helfen, aber nur bis zur nächsten Attacke und dann wird der Abstand immer kürzer und die Wirkung der Tabletten immer schlechter, sodass man immer mehr davon einnehmen muss.

Für mich waren Tabletten nicht schlimm, dass es das Natürlichste der Welt war, kann man auch im täglichen Fernsehen sehen.

Da denk ich mir oft, wenn sie Alkohol an Jugendliche verbieten wollen, dass dieser Konsum an Gefährlichkeiten auch unterbunden werden müsste.

Egal…es war mein Weg und ich bin wieder auf die richtige Spür gekommen. Die richtige Spur ist für mich in einem Körper Zuhause zu sein, der nichts zu meckern hat.


Jede Krankheit ist eigentlich ein Geschenk, der Körper spricht mit Dir. Ja und es ist schei…, wenn man aufgefordert wird, dass es jetzt endlich genug ist. Ich bin sehr sensible…eigentlich…, aber dass habe ich über so viele Jahre ignoriert, dass ich mit mir sehr grob umgegangen bin. Auch mit meinen Mitmenschen war ich unbewusst genauso, nur der Glaubenssatz „Du musst brav sein, damit Dich die Leute mögen“, hat mich zu einem angenehmen Menschen gemacht.


Um seine Masken abzulegen, gehört viel Mut dazu. Es ist nicht leicht in den Spiegel zu sehen und sich zu fragen, was sehe ich jetzt. Einzugestehen, dass man lieber die Maske aufbehalten will, obwohl man sich dessen bewusst ist, dass es nur eine Maske ist.


Ich hab gestern ein bisschen gefeiert…und als ich vorhin aufgewacht bin dachte ich „oh oh, der Kopf fühlt sich nicht gut an“. Ja es immer eine Herausforderung, wenn ich mit Leuten unterwegs bin, die mich von früher kennen und für manche hab ich einfach noch eine Botschaft, weil ich es sehe. Ich sehe es nur, weil es für mich so ein bekanntes Muster ist. Die Herausforderung ist es wie ein starker Baum stehen zu bleiben und für meinen Standpunkt einzustehen.


Diesen PROZESS der Bewusstwerdung hab ich nur deshalb relativ schnell geschafft, weil ich mit Pferden arbeite. Das heißt jeden Tag stehe ich diesen authentischen Wesen gegenüber. Pferde suchen mich immer hinter meiner Maske, da hat eine Maske keinen Bestand. Es sind von Grund auf authentische Wesen, was anderes können sie nicht.


Maskenfrei bedeutet für mich authentisch. Wir verwenden den Begriff oft, ohne oft zu wissen, was er wirklich bedeutet. Authentisch (echt, den Tatsachen entsprechend), ja den Tatsachen entsprechend. Das heißt ich muss zu dem werden, wer ich bin und nicht zu dem, von dem die Anderen erwarten wer ich sein soll.

Die Meisten kamen auf diese Welt und mussten das werden, was die Eltern erwarteten. Es ist der ganz normale Lauf der „alten“ Welt gewesen.


Die Eltern hatten eine genaue Vorstellung, wie man erfolgreich wird. Diese Vorstellung hatte man auch übernommen oder sie wurde einem gepredigt. Oft predigen sie den Kindern das, was sie im eigenen Leben nicht geschafft hatten. Kinder übernehmen die meisten Dinge immer unbewusst und Kinder lernen schnell. Sie lernen was man tun muss um zu überleben.

Doch dieses Tun gefällt oftmals der Seele nicht und so kommt es dazu, dass man sich betäubt. Man kann nicht mehr ertragen, dass man so wie man ist, nicht gut genug ist und zwar für die Liebsten in engster Umgebung.


Als Kind hat man auch oftmals keine Chance, die Rolle des schwarzen Schafes ist für einen reserviert, sollte die Seele rebellieren.


Der Mut ist es immer, der dir auch neue Türen öffnet. Der Weg zu Dir, das ist ein Prozess, der Jahre dauert, alles andere funktioniert nicht. Wer eine bessere Lösung hat, her damit ich bin immer offen, aber es Du bist ein einzigartiges Wesen, also gibt es auch einzigartige Lösungen und der oben beschriebene Weg ist meine einzigartige Lösung.


Deshalb möchte ich die ganze Betäubung nicht verurteilen, es war auch mein Weg um mich wieder zu finden und das war eine essentielle Aufgabe für mich in diesem Leben.